GalerieAusstellungenJonas Hödicke | Karl Horst Hödicke – Meine Stadt

Jonas Hödicke | Karl Horst Hödicke – Meine Stadt

Jonas Hödicke: Nachts sind alle Bäume grau, 2018
Karl Horst Hödicke: kleine Baugrube, 1995 - Courtesy of the artist & KÖNIG GALERIE Berlin | Seoul
Karl Horst Hödicke: Arm in Arm, 1986 Courtesy of the artist & KÖNIG GALERIE Berlin | Seoul
Jonas Hödicke: Bülowbogen, 2019
Karl Horst Hödicke: BSR, 1983 - Courtesy of the artist & KÖNIG GALERIE Berlin | Seoul
Jonas Hödicke: Duell, 2013

Ausstellungseröffnung/Exhibition Opening:

25.01.2024 von 18.00 – 21.00 Uhr

Als Raum ständiger Veränderung und Schnittstelle von Öffentlichem und Privatem bilden die Berliner Straßen einen vielschichtigen Ort, in dem die Geschichte der Stadt und deren offene Zukunft intensiv Ausdruck finden. Mit Jonas Hödicke (*1984) und Karl Horst Hödicke (*1938) präsentiert Noack Galerie zwei Künstler verschiedener Generationen in einer gemeinsamen Ausstellung, die sich die urbane Thematik auf verwandte und doch unterschiedliche Weise in ihrer künstlerischen Arbeit aneignen. Die Ausstellung umfasst – in der Bildgiesserei Noack gegossene – Skulpturen, Gemälde und Zeichnungen, die in der Zusammenschau neue Perspektiven auf das Werk beider Künstler eröffnen.

Als in den 60er Jahren die malerische Abstraktion international und bis nach Deutschland in der Kunst tonangebend wird, ist es Karl Horst Hödicke, der gemeinsam mit einer kleinen Gruppe Künstler gegen diese Entwicklung aufbegehrt und einer neuen Figuration den Weg bahnt. In einer Zeit, in der Tachismus, Informel und Abstrakter Expressionismus in der deutschen Nachkriegsmoderne dominieren, wirken seine Bildwelten nahezu provozierend realistisch. In oft leuchtender Farbigkeit und voller Dynamik und Energie erscheinen seine Bildkompositionen dabei in ihren auf das Wesentliche reduzierten Formen abstrakt, münden aber immer in Gegenständlichkeit. Gemeinsam mit Georg Baselitz, Jörg Immendorf und A.R. Penck wird er zum Pionier der Neuen Figuration sowie des Neoexpressionismus. Als Professor an der Berliner Hochschule der Künste, wo er seit 1974 eine Professur innehat und Künstler wie Salomè und Helmut Middendorf bei ihm studieren, ist er ein wichtiger Anreger der Neuen Wilden.

Seit 1957 lebt Karl Horst Hödicke in Berlin, erlebt die wechselvolle Geschichte der Stadt und verarbeitet diese als ein zentrales Motiv in seinen Bildern und Skulpturen. Seit den 70er Jahren arbeitet er in seinem Atelier in der Dessauer Straße am Potsdamer Platz, eine Gegend, in der die historischen Umbrüche Berlins im Stadtbild in besonderer Weise sichtbar werden. Die Atelierräume in der Dessauer Straße übernimmt in den 00er Jahren sein Sohn Jonas Hödicke. Nach einem Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Markus Lüpertz und Siegfried Anzinger, zieht er zurück in seine Geburtsstadt. Das Atelier wird so als Standort und Perspektive zur Schnittstelle zwischen den beiden Künstlern.

In seinen Anfängen arbeitet Jonas Hödicke vorwiegend plastisch. Seine in Bronze gegossenen Figuren zeugen von einer rastlosen Dynamik. Potentielle Bewegungen, eingefroren in den Skulpturen verweisen auf die Auseinandersetzung mit raumästhetischen Konzepten. Die sich noch an manchen Skulpturen befindlichen Angusssysteme, die im Wachsausschmelzverfahren beim Guss durch Bronze ersetzt werden und normalerweise im Anschluss von der Skulptur abgesägt werden, offenbaren eine Faszination für das Prozesshafte.

In Jonas Hödickes Gemälden wird eine fortwährende Auseinandersetzung mit dem Medium der Malerei und dessen Geschichte sichtbar. Malerisch knüpft er durchaus an Traditionen der Generation seines Vaters an, entwickelt aber immer einen eigenen Ansatz und erfindet die Oszillation zwischen Abstraktion und Figuration neu. Ergebnis sind Malereien, die in ihren Motiven vertraut wirken, dabei jedoch in ihrer Vielschichtigkeit in Farbe und Struktur immer auch einen Bruch implizieren. Seine im Motiv komprimierten Berlin-Sujets wirken vordergründig harmlos, evozieren aber gleichzeitig ein Unbehagen, das eine ambivalente Perspektive auf die Stadt durchscheinen lässt. Jonas Hödicke, der seine Kindheit und Jugend in Berlin verlebt und durch seinen Hang zur Rebellion und ständige Schulwechsel alle sozialen Milieus kennenlernt, verbindet nicht nur Positives mit der Stadt.

So werden in der gemeinsamen Ausstellung der beiden Künstler Schnittstellen sowie große Unterschiede sichtbar. Der Bezug zur Stadt Berlin bleibt eine gemeinsame Konstante. Dabei wird aber auch deutlich, dass weder Karl Horst Hödicke noch Jonas Hödicke als reine Chronisten Berlins zu sehen sind. Es ist eine Faszination für die Energie der ständigen Wandlung der Stadt, die beide eint und sich in ihren Werken auf unterschiedliche Weise manifestiert.

Wir freuen uns auf Ihren Ausstellungsbesuch:

Montag bis Donnerstag 12 bis 17 Uhr; Freitag und Samstag 12 bis 18 Uhr.

 

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