GalerieAusstellungenAnna Bogouchevskaia – „Shouldn’t be gone!“

Anna Bogouchevskaia – „Shouldn’t be gone!“

Anna Bogouchevskaia ist eine deutsch-russische Bildhauerin, die aus Moskau stammt und seit 1994 in Berlin lebt.

Unter dem appellativen Titel „Shouldn‘t be gone (Es sollte nicht verschwinden)“ zeigt sie neue Werke, die sie größtenteils zwischen 2019 und 2021 modelliert hat und die 2022/23 gegossen wurden.

Es handelt sich dabei um Skulpturen, die in den Materialien Aluminium, Neusilber und Bronze hergestellt wurden. Bogouchevskaias Werke der letzten Jahre eint ein Moment des Fluiden, des Fließenden und des Flüchtigen.

Ihr visuelles Repertoire orientiert sich auf die plastische Darstellung von Wasser (in verschiedenen Aggregatzuständen, insofern auch auf Nebel und Schnee) sowie von Pflanzen und Tieren. In Bogouchevskaias materiell künstlerischem Zugriff wird der Zustand der permanenten Veränderlichkeit des fließenden Wassers, wie könnte es auch anders sein, stillgestellt (wie in der Plastik „Wasserfall“), ein natürliches Bewegungsbild der Grenzenlosigkeit eingefroren. Aber das aus dem Verständnis heraus, dass der Fluss des Wassers dynamisch ist, was die klassische Frage provoziert, wie denn diese Dynamik bildhauerisch zu fassen sein könnte.

Bogouchevskaia hat dafür wolkig watteartige, zuweilen surreale Formentsprechungen gegen die effizienzgeprägte Welt gefunden. Diese Formen wurden nicht unwesentlich geprägt durch filmische Bilder aus dem französischen Dokumentarfim „Microcosmos. Le peuple de l’herbe“ (auf Deutsch: „Mikrokosmos. Das Volk der Gräser“) von 1996.

So eindrucksvoll der Film ist, so unverwechselbar sind die Skulpturen von Anna Bogouchevskaia, die die mannigfaltigen Formen des Wassers in einen poetischen Kreislauf ästhetischer Substanzverfestigung überträgt. Es ist ein suggestives Spiel, das grundsätzliche Fragen des Bildhauerischen wie auch des menschlichen Umgangs mit natürlichen Ressourcen berührt.

Die Künstlerin besetzt damit ein formal experimentelles Terrain im Übergang zwischen Figuration und Abstraktion, das tastbare wie auch zeitkritische Impulse auszusenden vermag. Diese Künstlerin feiert die Großartigkeit des Wassers in narrativer Opulenz und erinnert zugleich an die Vergänglichkeit aller Natur.

Auffällig ist Bogouchevskaias Formauffassung des Kombinatorischen. Mit einem Augenzwinkern führt sie unterschiedliche bildhauerische Positionen und den immer noch virulenten Geist des Post-Impressionismus in ausgewogener Gewichtung zusammen.

Die Ausstellung wird vom 29. April bis 26. August 2023 im Kulturforum Noack zu sehen sein.

Zur Ausstellung erscheint eine 90-seitige Publikation im DCV-Verlag und es ist eine Skulpturensonderedition „Meduse“ zum Vorzugspreis erhältlich.

 

 

 

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